Kosmetik-Produkte – Begeisterung oder Besessenheit?


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*by eni (owl)*

Wie viele Kosmetik- und Pflegeprodukte sind genug? Wie viele Produkte sind zu viel? Ab wann schlägt Begeisterung in Besessenheit oder Sucht um? Das ist eine schwere Frage und ich weiß nicht, ob ich sie wirklich beantworten kann… Ich lege einfach mal meine Sicht dazu dar. Macht euch auf viel Text gefasst  🙂

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Ich habe ja schon des Öfteren erwähnt, dass ich von einigen Produkten sehr viele besitze. Das umfasst vorallem Düfte, Shampoo und dekorative Kosmetik in fast vollständiger Bandbreite. Warum ist das so? Das ist so, weil ich ein kreativer Mensch bin, der schöne Dinge mag und diese gern um sich hat. Und, wenn diese schönen Dinge mir helfen, mich selbst schöner und damit besser zu fühlen, ist das ein weiterer Pluspunkt.

Seit ein paar Jahren ist der Kauf von Pflege- und Kosmetikprodukten zu einer Art Sammelleidenschaft geworden, von der phasenweise mal Nagellacke, dann Lippen-, Wangen- und dann wieder andere Produkte aus dem Beautysegment von mir konsumiert wurden. Besonders anfällig bin ich dabei für Limited Editions unterschiedlicher Hersteller, die dann teilweise auch nur in geringer Stückzahl und für kurze Zeit erhältlich sind. Lasst euch an der Stelle gesagt sein: den Jagdtrieb gibt es nicht nur bei Männern. Und so gab es in der Vergangenheit Zeiten, in denen ich zu bestimmten Terminen in die Läden gegangen bin, mit der Hoffnung, einen bestimmten Lippenstift, den neuesten Blush oder was weiß ich zu ergattern. Dass ich zu Hause schon einen Lippenstift in einer sehr ähnlichen Farbe liegen habe, und man aus der Ferne einen Unterschied zwischen den beiden kaum ausmachen könnte, spielte dabei keine Rolle. Ich möchte ihn einfach, entgegen jeder Vernunft. Aber genau an dieser Stelle kommt die Frage auf, ob ich überhaupt vernüftig sein muss? Muss ich mir den einundzwanzigsten pinken Lippenstift versagen, weil sein Kauf unvernünftig wäre? Wer hat das zu entscheiden? ICH habe es zu entscheiden. Und ich kaufe ihn, wenn ich das möchte, weil ich es möchte, und weil ich es kann.

Beauty-Produkte machen mir Spaß. Ich gehe gern in die Läden und probiere verschiedenes aus, mache Swatches, rieche an allem, fotografiere viel, damit ich es nicht vergesse. Ich kann stundenlang im Netz nach dem neuesten Schnack schauen, lese Reviews, gucke mir Videos an. Noch und nöcher. Und das wird nicht langweilig für mich, weil es mich interessiert und mir Freude macht. Und es tut ja auch niemandem weh.

Kritisch wird es bei mir immer, wenn Produkte sehr teuer sind oder schwer zu haben. Bei „teuer“ steigt meine Hemmung, es einfach zu bestellen. Da wird der virtuelle Warenkorb zigfach gefüllt, die Seite trotzdem ohne Bestellvorgang wieder geschlossen. Nach ein paar Tagen wiederholt sich das Ganze. Sind Produkte schwer zu bekommen, steigt mein Interesse noch mehr. Da zeigt sich dann wieder der Jagdtrieb. Es gibt dazu diverse Beispiele.

Derzeit liebäugle ich mit den Produkten von Charlotte Tilbury, einer Make-Up-Artist aus Großbrittanien, die ihre eigene Linie herausgebracht hat. Alle sind ganz begeistert von den Produkten. Leider sind sie wahnsinnig teuer und man kann sie im Bezug auf ihren Preis schon im High-End-Segment einordnen. Über die Qualität kann ich nichts aus eigener Erfahrung berichten. Das Spiel mit der mehrfachen Befüllung des virtuellen Körbchens habe ich auch mit diesen Produkten durch. Ich habe noch nichts bestellt, aber ich bin stark geneigt.

Natürlich brauche ich das alles nicht. Aber, was braucht man schon? Also so wirklich? Nicht sehr viel. Aber, es geht auch nicht ums Brauchen, sondern ums Wollen oder Möchten. Und ich möchte mir Dinge kaufen, die mir gefallen, auch wenn sie teuer sind, und viele Leute nicht verstehen können, wie man so viel Geld für ein wenig Irgendwas ausgeben kann. Bis zu dieser Stelle kann ich behaupten, dass ich von Begeisterung spreche. Aber, vielleicht ist es doch schon Besessenheit?

Dafür müsste man Besessenheit zunächst definieren: Die ursprüngliche Bedeutung führt darauf zurück, dass eine Person von einem bösen Geist oder einem Dämon besessen ist, der ihn kontrolliert und sein Verhalten ändert. Eine Person kann aber auch von einer Idee besessen sein, die diese Person um jeden Preis umsetzen will. Es gibt aber auch die Besessenheit von materiellen Gütern, die einer Art Sucht gleichkommt.“ (Quelle: http://wissen.woxikon.de/besessenheit) Ist das bei mir der Fall? Ich kann mit Gewissheit sagen, dass kein Dämon oder Geist von mir Besitz ergriffen hat. Höchstens der Geist der schönen Dinge, aber kann man ihm wiederstehen? Ich fühle mich weder kontrolliert, noch hat sich mein Wesen geändert. In Zeiten mit wenig Budget kaufe ich die Sachen einfach nicht, weil es nicht geht. Ich muss sie nicht um jeden Preis haben. Aber, wenn ich es mir leisten kann, warum nicht? Dann darf es ruhig ein wenig Luxus sein. Und das sind für mich die Produkte, die ich mir ins Gesicht, auf den Körper oder die Haare gebe oder die mich gut riechen lassen. Damit drücke ich meine Stimmung aus oder hebe sie sogar. Denn ja, ich benutze sie auch.

Ich zittere nicht, wenn ich mal ein paar Tage nichts kaufen konnte. Ich drehe dann nicht durch und renne in den nächsten Laden. Die Produkte kontrollieren mich nicht, mein Glück ist nicht davon abhängig, ob ich eine Bestellung tätige oder nicht. Ich habe sie einfach gern, benutze sie gern und kaufe sie gern. Es ginge auch ohne. Aber, warum sollte es? Ich bin erwachsen, verdiene mein eigenes Geld und gönne mir eben ab und zu eine Freude. Das ist alles. Und, weil es ständig neues Zeug gibt, wird das wohl so schnell auch nicht aufhören. Ich probiere einfach gern neue Sachen aus.

Dass es den Blog gibt, möchte ich auch nicht als Rechtfertigung anführen, die ich eigentlich gar nicht brauche, denn das Meiste würde ich auch ohne den Blog kaufen. Dass ich dann darüber berichten und meine Meinung kundtun kann, die vielleicht dem einen oder anderen da draußen hilft, ist allerdings ein schöner Nebeneffekt. Daher ist es eigentlich umgekehrt: ich kaufe es nicht, um darüber schreiben zu können, sondern, ich schreibe darüber, weil ich es gekauft und getestet habe.

Nun kann sich jeder selbst eine Meinung bilden, die mein Verhalten jedoch nicht beeinflussen wird. Ich denke aber, dass es einige Frauen, Mädchen und vielleicht auch Männer gibt, die ähnlich begeistert von Kosmetikprodukten sind und eine große Sammlung haben. Sie wissen genau, was ich meine. Ich bin also nicht allein. In diesem Sinne: Leben und leben lassen!

 

Alles Liebe für euch!

Eni.

FACEBOOK.

 

 

 

2 Kommentare zu “Kosmetik-Produkte – Begeisterung oder Besessenheit?

  1. Ich sehe das absolut genau so. Leider kann ich mir keine High End Produkte leisten, bin aber eine schon fast zwanghafte Schnäppchenjägerin. Leider versteht mein Umfeld das nicht und pöbelt immer, dass ich mich nicht so „bevorraten“ soll. Warum denn eigentlich nicht? Ich benutze z. B. sehr gern Trockenshampoo. Das kostet mind. 2€, meistens mehr. Ich benutze es in jedem Fall. Von den sogenannten 1€ Läden bin ich auch ein riiiiiesen Fan. Dort gab es Trockenshampoo – für – ratet mal- 1€! Alles, was sie da hatten habe ich gekauft. 12 Dosen. Ich putze auch meine Schuhe damit (z. B. Fettflecken aus Wildleder; funktioniert super!). Wenn ich nicht alles gekauft hätte, sondern nur 1-2 Dosen, die ca. 3-8 Wochen reichen würden, hätte ich mich beim nächsten Kauf einer 2€ nochwas Dose wahnsinnig geärgert.
    Manchmal will man sich einfach was gönnen. Ich gönne mir dann 12 Dosen Trockenshampoo oder einen schönen 2€ Lippenstift obwohl ich schon 30 habe und fast nie einen benutze. Aber es macht mir Freude!! Und nur darum geht es! Solange sich keiner verschuldet, haben alle meinen KaufDirWasSchönesSegen (und sich auf pump was gönnen, funktioniert ja sowieso nicht; da kommt doch nicht das Feeling rüber ;))
    Konsum ist ja auch wichtig: Wirtschaft floriert > Lebensumstände besser > alle wieder geile Laune > weniger Krieg 😀

    • liebe joy, danke für deine ausführliche meinung, die ich teile. es gibt immer menschen, die deine leidenschaft oder vorlieben nicht teilen, nicht verstehen oder im schlimmsten fall, schlechtmachen… ich könnte nun sagen, „steh drüber“, „lass sie reden“, aber sicher ärgerst du dich immer mal wieder über ihre kommentare. das ist verständlich. leider wirst du sie nicht ändern, genausowenig, wie sie (hoffentlich) dich ändern werden. tue, was dir freude macht! genauso mache ich es auch – meistens jedenfalls 🙂 und, wenn du mal wieder einen guten tipp für unsere kleine, aber sehr feine gemeinschaft hier hast, immer her damit! 🙂

      LG
      eni.

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